Vertreterversammlung 2022

"Ein außergewöhnlich gutes Jahr"

Die Vereinigte VR Bank Kur- und Rheinpfalz blickt bei Vertreterversammlung auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2021 zurück.

Speyer, 09.05.2022. Starkes Wachstum im Jahr 2021, herausforderndes Umfeld im Jahr 2022: Auf ihrer - coronabedingt erneut virtuell abgehaltenen - Vertreterversammlung an diesem Montag berichtete die Vereinigte VR Bank Kur- und Rheinpfalz 163 teilnehmenden Vertreterinnen und Vertretern über ein erfolgreiches Jahr 2021, aktuelle Projekte und die bisherige Entwicklung im laufenden Geschäftsjahr.

Nach einer Begrüßung durch den Aufsichtsratsvorsitzenden Jürgen Kappenstein zog Vorstandssprecher Rudolf Müller ein positives Fazit des abgelaufenen Geschäftsjahres: „Die Kundenkredite sind dynamisch gewachsen, das Wertpapierdepotvolumen unserer Kunden hat sich erfreulich entwickelt, das Geschäftsergebnis ist angestiegen - 2021 war ein außergewöhnlich gutes Jahr.“ 

Die Bilanzsumme lag zum Ende des abgelaufenen Geschäftsjahres mit knapp 6,3 Mrd. Euro um 10,8 % über dem Vorjahreswert. Wachstumstreiber war erneut das prosperierende Kreditgeschäft. Die von der Bank vergebenen Kredite sind dabei breit gestreut und teilen sich zu nahezu gleichen Teilen auf Privat- und Firmenkunden auf. Das Neukreditvolumen erreichte im Jahr 2021 mit 1,3 Mrd. Euro einen neuen Rekordwert. Der Kreditbestand stieg um 10,2 % auf knapp 4,7 Mrd. Euro.

 

Deutliches Ertragsplus im Provisionsgeschäft

Das Provisionsergebnis der Bank - bestehend aus Erträgen aus der Vermittlung von Wertpapieren, Versicherungen, Immobilien, Bausparprodukten sowie dem Zahlungsverkehr - beläuft sich für das Jahr 2021 auf rund 42 Mio. Euro. Dies entspricht einem Plus von 16 %, das insbesondere durch die stark gestiegenen Erlöse aus dem Wertpapierhandel zustande gekommen ist. Das von der Vereinigten VR Bank verwaltete Wertpapiervolumen wuchs um 24 % auf 2,2 Mrd. Euro.

Der Zinsüberschuss der Bank ist – auch durch die für das Jahr 2020 nachgeholte Dividenden-Ausschüttung der genossenschaftlichen DZ Bank - um 4,8 % auf knapp 98 Mio. Euro gestiegen. Die Zinsspanne sank hingegen vor dem Hintergrund der Negativzinspolitik der EZB weiter auf nunmehr 1,6 %. „Da die Entwicklung der Zinsspanne für regionale Banken nach wie vor eine große Herausforderung darstellt, müssen wir weiter kontrolliert wachsen, die Kosten im Auge behalten, Prozesse digitalisieren und optimieren sowie zinsunabhängige Erträge - insbesondere aus dem Wertpapier- und Immobiliengeschäft - kontinuierlich ausbauen“, so Vorstandssprecher Müller.

Der Jahresüberschuss der Vereinigten VR Bank Kur- und Rheinpfalz ist im vergangenen Jahr um rund 200.000 Euro auf 9,6 Mio. Euro gestiegen. Der Vorschlag zur Verwendung des Jahresüberschusses mit einer Dividende von 2,5 % wurde von der Vertreterversammlung mit 97,3 % der abgegebenen Stimmen angenommen.

 

Wettbewerbsfähige Kostenstruktur

Eine gute Entwicklung zeigte sich bei der Vereinigten VR Bank Kur- und Rheinpfalz im zurückliegenden Geschäftsjahr auch auf der Kostenseite: Für Personal, Sachkosten, Abschreibungen und sonstige Aufwendungen wandte die Bank im Jahr 2021 insgesamt knapp 87 Mio. Euro (+ 4,2 %) auf. In Relation zur Bilanzsumme sind die Kosten dabei gesunken: Hier liegt die Vereinigte VR Bank aktuell bei einem Wert von 1,4 % - im Jahr 2016 betrug dieser Wert noch 1,7 %. Die Kennzahl für die Aufwands- und Ertragsrelation (CIR, Cost Income Ratio) liegt bei der Vereinigten VR Bank Kur- und Rheinpfalz aktuell bei 51,9 % - ein im Branchenvergleich sehr guter Wert. „In diesen Zahlen spiegelt sich neben einem konsequenten Kostenmanagement auch die Größe unserer Bank wider“, so Vorstandssprecher Müller. „Durch kontinuierliches Wachstum und Fusionen mit genossenschaftlichen Nachbarinstituten haben wir eine Größe erreicht, die es uns erlaubt, Skaleneffekte zu nutzen und Prozesse effizienter zu gestalten.“

 

Fortschritte bei den Neubauprojekten der Bank in Speyer und Frankenthal

Fortschritte gibt es auch bei den beiden großen Bauprojekten der Bank: In Frankenthal wird aktuell das Bebauungsplanverfahren für das Vorhaben zum Bau der Regionaldirektion am Jahnplatz eingeleitet und die Bank hat der Bauverwaltung vor Kurzem einen ersten Entwurf des geplanten Neubaus präsentiert. In Speyer sind die Rohbauarbeiten am Verwaltungs- und Veranstaltungsgebäude an der Oberen Langgasse größtenteils abgeschlossen, das Projekt liegt aktuell im Zeit- und Kostenplan. „Wir sind sehr zuversichtlich, dass das Gebäude im Mai bzw. Juni 2023 seiner Bestimmung übergeben werden kann - vorausgesetzt, Engpässe in der Lieferkette nehmen keine Überhand“, so Bankvorstand Thomas Sold.

 

Vorstand und Aufsichtsrat einstimmig entlastet

Vorstand und Aufsichtsrat wurden von der Vertreterversammlung jeweils mit 100 % der abgegebenen Stimmen entlastet. Die Aufsichtsräte Gabi Horn (Hockenheim), Karin Kessel (Speyer), Petra Schwerdt (Bad Dürkheim), Martin Hofmann (Speyer), Jörg Neumann (Bockenheim) und Reiner Traser (Bobenheim-Roxheim), die turnusgemäß aus dem Gremium ausschieden, wurden in einer En-bloc-Abstimmung mit 96,9 % der abgegebenen Stimmen wiedergewählt.

 

Stärkung des Eigenkapitals bleibt von zentraler Bedeutung

Mit einem Plus von 8,2 % konnte die Vereinigte VR Bank Kur- und Rheinpfalz im Jahr 2021 ihre Eigenkapitalausstattung auf nunmehr rund 633 Mio. Euro weiter verbessern. Auf die hohe Bedeutung des Eigenkapitals für die Bank wies der stellvertretende Vorstandssprecher Dirk Borgartz hin: „Aktuell liegt die aufsichtsrechtlich geforderte Mindestquote bei 11,88 %, während die Gesamtkapitalquote unseres Hauses 16,7 % beträgt - doch diese auf den ersten Blick große Differenz zwischen aufsichtsrechtlichem Soll und Bestands-Ist bietet keinen Grund zur Selbstzufriedenheit“, so Borgartz. „Dies insbesondere deswegen, weil sich die neuen, verschärften Eigenkapitalanforderungen der Bankenaufsicht - antizyklischer Kapitalpuffer und sektoraler Systemrisikopuffer - auf für unsere Bank stattliche 50 Mio. Euro belaufen. Deswegen hat die laufende Stärkung unseres Eigenkapitals weiterhin oberste Priorität.“

 

Schwieriger werdende Rahmenbedingungen im Jahr 2022

Im laufenden Geschäftsjahr sieht sich die Vereinigte VR Bank mit schwieriger werdenden Rahmenbedingungen konfrontiert: „Die ersten vier Monate dieses Jahres stehen nachdrücklich unter dem Eindruck des Krieges in der Ukraine, aber auch gedämpfter Wachstumsaussichten in Deutschland und Europa, einer anziehenden Inflation und der innerhalb kürzester Zeit eingeleiteten Zinswende mit einem drastischen Anstieg der langfristigen Darlehenszinsen“, so Vorstandssprecher Müller.

Vor diesem Hintergrund verfolgt die Bank aktuell mit hoher Aufmerksamkeit die Entwicklung der Risikolage in ihrem Kreditbuch. „Bei den Kreditrisiken sehen wir aktuell noch keinen außergewöhnlichen Anstieg, im zweiten Halbjahr wird es hier jedoch möglicherweise zu höheren Belastungen kommen“, so Vorstandsmitglied Till Meßmer. „Zu den Herausforderungen, denen sich unsere gewerblichen Kunden aktuell gegenübersehen, gehören u. a. Probleme in der Lieferkette, der Wegfall von Absatzmärkten, das Fehlen saisonaler Arbeitskräfte und Preissteigerungen bei Roh- und Betriebsstoffen.“

 

Neuformierung des Vorstandsteams im kommenden Jahr

Vorstandssprecher Rudolf Müller wird zum 30. Juni 2023 nach fast 35-jähriger Vorstandstätigkeit – davon 15 Jahre als Vorstandssprecher – in den verdienten Ruhestand gehen. Die Entscheidung zur Nachfolge von Rudolf Müller wurde vom Vorstands- und Strategieausschuss des Aufsichtsrates und dem Gesamtaufsichtsrat einstimmig getroffen: Neuer Vorstandssprecher wird zum 1. Juli 2023 der bisherige stellvertretende Vorstandssprecher der Bank, Dirk Borgartz, neuer stellvertretender Vorstandssprecher wird Till Meßmer. Komplettiert wird der ab Juli 2023 zunächst als Dreierteam arbeitende Vorstand durch Thomas Sold, der dem Gremium seit dem Jahr 2019 angehört.

Rudolf Müller (Vorstandssprecher)
v.l.n.r.: Thomas Sold und Till Meßmer (Vorstände), Dirk Borgartz (stellv. Vorstandssprecher), Sonja Merkel (stellv. Aufsichtsratsvorsitzende), Rudolf Müller (Vorstandssprecher), Jürgen Kappenstein (Aufsichtsratsvorsitzender), Thomas Grebner (stellv. Aufsichtsratsvorsitzender)