Lebensraum Rhein

Projekt des NABU Baden-Württemberg

Die Vereinigte VR Bank Kur- und Rheinpfalz eG unterstützt den NABU mit bis zu 25.000 Euro aus genossenschaftlichen Gewinnsparmitteln.

NABU Baden-Württemberg schützt besondere Lebensräume entlang des Rheins

Seit über 120 Jahren setzt sich der NABU für den Erhalt unserer biologischen Vielfalt ein, auch in zeitlich begrenzten Naturschutzprojekten. Sind diese offiziell beendet, geht die Naturschutzarbeit weiter, nur so können die umgesetzten Maßnahmen langfristig wirken. Das gilt auch für das Projekt „Lebensader Oberrhein“. Gemeinsam mit dem Bund und den Ländern Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Hessen haben die NABU-Landesverbände Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz die Lebensbedingungen bedrohter Tier- und Pflanzenarten am Oberrhein verbessert.

Der NABU Baden-Württemberg wertete vor allem EU-geschützte Binnendünen und Sandrasen im Naturschutzgebiet Hirschacker auf. Davon profitierten sehr seltene Pflanzenarten wie die Graue Skabiose oder die Sand-Silberscharte. Heidelerche und Ziegenmelker kehrten nach Jahrzehnten wieder in den Hirschackerwald zurück. Der Rhein hat die Sanddünen nach der letzten Eiszeit geformt. Er transportierte Schottergeröll aus den Alpen mit sich und lagerte es beidseitig des Flusses ab. Der Wind hat die feinen Sande aus dem Geröll Richtung Nordosten geweht. So entstanden entlang des Wildstroms Flugsandfelder, Sandrasen, Binnendünen und Dünenwälder.

Zudem entstand im Projekt eine Flachwasserzone in der Saalbachniederung nordwestlich von Bruchsal. Dort ruhen sich nun viele Wasser- und Watvogelarten wie Stelzenläufer, Bekassine oder Grünschenkel auf der Durchreise aus. Ein besonderer Erfolg: Seit 2018 brütet der Kiebitz wieder hier.

Das Projekt ist zu Ende. Aber die Arbeit geht weiter. Jetzt kommt es darauf an, die Lebensräume entlang des Rheins langfristig für Kiebitz, Heidelerche und Sand-Silberscharte zu sichern. Das bedeutet eine nicht endende Arbeit für den NABU. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des NABU-Bezirksverbandes Rhein-Neckar-Odenwald bewahren das Naturschutzgebiet Hirschacker, indem sie die Flächen regelmäßig pflegen. Daneben informieren sie die Öffentlichkeit in Führungen und Vorträgen über die beeindruckenden Sanddünen und ihren Schutz.

Das Projektgebiet erstreckte sich über 2.200 Quadratkilometer zwischen Bühl und Bingen, einem „Hotspot“ der biologischen Vielfalt. Gefördert wurde das Projekt, das 2019 beendet wurde, vom Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesumweltministeriums über das Bundesprogramm Biologische Vielfalt sowie von den beteiligten Bundesländern.

Bildergalerie

Nester des Ameisenlöwen

Quelle: Christiane Kranz, NABU-RNO

Kiebitz

Quelle: Tom Dove, NABU

Sandsilberscharte

Quelle: Armin Jendrysik, NABU

 

Saalbachniederung

Quelle: NABU-Hambrücken

Sanddünen

Quelle: Bianka Brobeil, NABU

Fotos: stock.adobe.com